Dichtheitsprüfverfahren
Grundlagen, Methoden und Anwendungen der Dichtheitsprüfung
Um die Dichtheit hergestellter Werkstücke zuverlässig zu überprüfen, kommen unterschiedliche Dichtheitsprüfverfahren und entsprechende Dichtheitsprüfgeräte zum Einsatz. Welches Verfahren verwendet wird, hängt unter anderem von der Konstruktion des Werkstücks, der zulässigen Leckage, der geforderten Messgenauigkeit sowie den wirtschaftlichen Anforderungen an den Prüfprozess ab.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Grundlagen der Dichtheitsprüfung sowie die verschiedenen Verfahren, die heute in der industriellen Fertigung eingesetzt werden.

Die Wahl des geeigneten Dichtheitsprüfverfahrens richtet sich dabei insbesondere nach:
Was ist ein Dichtheitsprüfverfahren?
Besonders in der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie müssen zahlreiche Hohlkörper zuverlässig ihre Funktion der Medientrennung erfüllen.
Dazu gehören unter anderem:
Warum ist die Dichtheitsprüfung so wichtig?
Gerade in der Serienfertigung müssen Prüfverfahren nicht nur präzise arbeiten, sondern sich auch wirtschaftlich in bestehende Produktionsprozesse integrieren lassen. Ziel ist es, fehlerhafte Bauteile frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig unnötige Nacharbeiten an einwandfreien Werkstücken zu vermeiden.
Je nach Branche und Anwendung unterscheiden sich die Anforderungen an die Dichtheitsprüfung erheblich. Deshalb kommen unterschiedliche Prüfverfahren zum Einsatz, die jeweils auf den Anwendungsfall abgestimmt werden.
Grundlagen der Dichtheitsprüfung
Dieses Verfahren erfüllt wesentliche Anforderungen an moderne Produktionsprüfeinrichtungen:






Dazu zählen beispielsweise:
Dies kann zwei unterschiedliche Folgen haben:
Was bedeutet Dichtheit?
Eine absolut dichte Verbindung gibt es streng genommen nicht, da beispielsweise Diffusionsvorgänge durch den Werkstoff auftreten können. Deshalb wird zur Beurteilung der Dichtheit eines Bauteils ein werkstückbezogener Grenzwert herangezogen.
Dieser Grenzwert wird als Grenzleckage bezeichnet.
Die Festlegung einer Grenzleckage ist in der Praxis häufig anspruchsvoll, da hierfür keine allgemeingültige Berechnungsformel existiert. Stattdessen stützt man sich überwiegend auf Erfahrungswerte aus vergleichbaren Anwendungen.
Je nach Dichtheitsprüfverfahren, Einsatzgebiet oder Branche werden unterschiedliche Maßeinheiten verwendet. Durchgesetzt hat sich bei der Dichtheitsprüfung heute die Einheit:
1 mbar · l · s⁻¹
Sie beschreibt die Gasmenge, die in einem Volumen von einem Liter innerhalb einer Sekunde eine Druckänderung von einem Millibar verursacht.
Warum wird Luft als Prüfmedium verwendet?
Umrechnung wichtiger Druckeinheiten
| Einheit | Kurzzeichen |
|---|---|
| Pascal | Pa |
| Bar | bar |
| Millibar | mbar |
| Millimeter Wassersäule | mmWS |
Die verschiedenen Dichtheitsprüfverfahren
Dichtheitsprüfverfahren
mit Überdruck
Dichtheitsprüfverfahren
mit Unterdruck (Vakuumprüfung)
Bubble-Methode (Blasentest)
Die Prüfeinrichtung besteht aus einem Tauchbecken, einer Vorrichtung sowie einem Druckregler. Der Prüfling wird mit Druck beaufschlagt und anschließend in ein wassergefülltes Becken eingetaucht. Treten Luftblasen aus, deutet dies auf eine Undichtigkeit hin.
Die Bubble-Methode eignet sich insbesondere für einfache Prüfaufgaben und bietet eine Sichtprüfung auf vorhandene Leckagen.
Druckanstiegsmethode (Relativdruckverfahren)
Anschließend trennt ein Ventil den Prüfling von der Pumpe.
Befindet sich eine Leckage am Werkstück, kann Umgebungsluft eindringen. Dadurch steigt der Druck im Prüfling an. Dieser Druckanstieg dient als Grundlage für die Beurteilung der Dichtheit.
Relativdruckverfahren
Je nach Anwendung ermöglicht das Relativdruckverfahren eine zuverlässige Aussage über die Dichtheit eines Werkstücks.
Differenzdruckverfahren
Der wesentliche Unterschied liegt im Messprinzip. Als Messwertaufnehmer dient ein System aus zwei durch eine Membran getrennten Kammern. Bewegungen dieser Membran werden erfasst und zur Bestimmung des Differenzdrucks genutzt.
Dadurch werden gegenüber dem Relativdruckverfahren wesentlich höhere Messgenauigkeiten erreicht.
Aufgrund seiner hohen Wirtschaftlichkeit und Messgenauigkeit hat sich das Differenzdruckverfahren insbesondere für die automatische Dichtheitsprüfung von Serienteilen in der Industrie bewährt.
Die Wahl des richtigen Dichtheitsprüfverfahrens
Dazu gehören insbesondere:
Gemeinsam die optimale Lösung finden
Mit umfangreicher Erfahrung aus einer Vielzahl realisierter Projekte sowie einem vielseitigen Geräteprogramm unterstützen wir Sie dabei, die passende Lösung für Ihre Dichtheitsprüfung zu finden.
Zu unserem Geräteprogramm gehören unter anderem:
Dichtheitsprüfgerät 70pro
Jetzt anfragenDurchflussmessgerät 3925-0160
Jetzt anfragenRelativdruckgerät 3925-0071
Jetzt anfragenLeckkalibriergerät 3925-0201 / -0202
Jetzt anfragenUnser Fazit zur Dichtheitsprüfverfahren
Unterschiedliche Prüfverfahren ermöglichen es, Bauteile zuverlässig auf Leckagen zu untersuchen und die geforderte Produktqualität sicherzustellen.
Ob Bubble-Methode, Relativdruckverfahren, Differenzdruckverfahren, Durchflussmessung oder Vakuum-Lecksuche – jedes Verfahren besitzt spezifische Eigenschaften und eignet sich für unterschiedliche Anwendungen. Die Wahl des passenden Dichtheitsprüfverfahrens hängt dabei immer von den technischen Anforderungen des jeweiligen Werkstücks sowie den Rahmenbedingungen des Prüfprozesses ab.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl der geeigneten Prüftechnik und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine wirtschaftliche und zuverlässige Lösung für Ihre Dichtheitsprüfaufgabe.
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HeMaTech Prüftechnik GmbH & Co. KG
Siemensstr. 7
D-71409 Schwaikheim
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Dichtheitsprüfverfahren?
Ein Dichtheitsprüfverfahren dient der Überprüfung von Bauteilen auf mögliche Leckagen. Ziel ist es sicherzustellen, dass Werkstücke ihre Funktion und Anforderungen zuverlässig erfüllen.
Welche Dichtheitsprüfverfahren gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen Dichtheitsprüfverfahren mit Überdruck und Verfahren mit Unterdruck beziehungsweise Vakuum unterschieden. Zu den bekannten Methoden zählen unter anderem die Bubble-Methode, das Relativdruckverfahren, das Differenzdruckverfahren, pneumatische Durchflusssysteme sowie die Vakuum-Lecksuche.
Was bedeutet Grenzleckage?
Da absolute Dichtheit praktisch nicht existiert, wird für jedes Werkstück ein zulässiger Grenzwert definiert. Dieser wird als Grenzleckage bezeichnet und dient als Beurteilungskriterium für die Dichtheit.
Warum wird häufig Druckluft zur Dichtheitsprüfung verwendet?
Die Dichtheitsprüfung mit Luft basiert auf der geringen Viskosität des Prüfmediums. Dadurch lassen sich selbst kleinste Leckagen zuverlässig nachweisen. Gleichzeitig bleibt der Prüfling frei von Verunreinigungen, da das Prüfmedium keine Kontamination verursacht.
Wodurch unterscheiden sich Überdruck- und Unterdruckverfahren?
Der Unterschied liegt im Druck innerhalb des Prüflings. Bei der Überdruckprüfung liegt dieser über dem Atmosphärendruck, bei der Unterdruckprüfung darunter.
Welches Dichtheitsprüfverfahren ist das richtige?
Die Auswahl richtet sich nach dem Werkstück, der zulässigen Leckage, der geforderten Messgenauigkeit sowie den wirtschaftlichen Anforderungen des jeweiligen Prüfprozesses.

